„Das Recht des letzten Wortes” – Bemerkung zum 3. Band der Buchserie „Netz”

„Das Recht des letzten Wortes” – Bemerkung zum 3. Band der Buchserie „Netz”

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Text: dr. Béla Harmati
Budapest – In den heutigen Tagen ist das dritte Band der Buchserie „Netz” erschienen. Hinsichtlich der Koronavirus-Pandemie haben leitender Bischof Tamás Fabiny, Landeskurator Gergely Prőhle, Réka Kiss Vorsitzende der Gesellschaft des Nationalen Gedächtnisses und Katalin Mirák, Autorin des Buches, Leiterin des Ausschusses zur Veröffentlichung der Fakten der ELKU in einer Podcast-Sendung über das Buch gesprochen, einer deren Akteure dr. Béla Harmati ist. Der pensionierte Bischof hat diesbezüglich unserer Redaktion seine Gedanken geschickt. Wir hoffen, daß es später auch zu einem persönlichen Gespräch kommen kann.

Unsere Kirche plante die Veröffentlichung des Buches der Serie „Netz” das auch von mir handelt für April 2020. Ich habe der Redakteurin Katalin Mirák meine früheren Manuskripte, veröffentlichten Dokumente übergeben und ihre detaillierte Fragen beantwortet. Jedoch habe ich keine Möglichkeit bekommen die Hauptfrage zu beantworten. So schreibe ich durch das Recht des letzten Wortes die folgenden Zeilen. 

Heute bin ich 84 Jahre alt, durch Gottes Gnade. Ich entstamme einer tiefgläubigen Pfarrer-Familie als erster Sohn aus Ősagárd. Ab 1944 stand ich im Dienst der  Gemeinde (als Organist und Kantor, Leiter der Jugendgruppe, usw.). Seit 1959 diente ich als ofizieller Pfarrer. (Vikar, Pfarrer, theologischer Mitarbeiter-Forscher), von 1987 bis 2003 als aktiver, heute pensionierter Bischof. 

Mein detaillierter Lebenslauf ist in der Presse zu finden, ich selbst beabsichtige einen vollen und authentischen Lebenslauf zu veröffentlichen. Jetzt schicke ich persönlich meine Bemerkungen zu dieser „geheimdienstlichen” Ausgabe, die von der kirchlichen Arbeitsgruppe erstellt wurde, da beim Lesen des Buches immer wieder die Frage auftaucht: wer war Béla Harmati in der Wirklichkeit?

So summiere ich betrachtet die Kapitels! Seit früherer Kindheit fühlte ich, daß mein Herr Jesus mich mit einer geheimen Mission beauftragt hat, was den christenfeindlichen,  sozialistischen-kommunistischen Sektor anbelangt. Hier dazu nur einige Stationen: 

  • Volkskollegium in Vác und in Szentendre (1948–50) nach der verstaatlichung der kirchlichen Schulen, wo mich die Lehrer mit den „Irrtümern” der Bibel konfrontiert hatten, um mich „umzubilden” (z.B- Sonnenfinsternis während des Kampfes von Josue, Josue 10, 12–13., die Beschreibung des „Raumschiff”-Besuches in der Vision von Hesekiel, Hes, 1, 4–28; usw.)
  • Anmeldung an die juristische Universität – die Kozeptionen des Marxismus; 
  • Universitätsstudien in der Schweiz mit Stipendium in Genf-Bossey und in Zürich (1966-67), in Heidelberg, in Bonn, in Frankfurt, in Göttingen (1968–1970);
  • Teilnahme an Schülerrevolutionen, Erleben der Verstärkung des Maoizmus an der Universität; Teilnahme an den christlich-marxistischen Diskussionen - Paulus Gesellschaft (Wien); 
  • Teilnahme an Konferenzen, Studien, Publikationen: GENF LWF Marxizmus and China Studies-Programm; an ungarischen christlich-marxistischen Diskussionen; 
  • religionssoziologische Gesellschaft; asiatische Weltreligionen (Bahai, Buddhismus, Taoismus, Islam, Shintoismus, Röm.-Katholische und Protestantische Kirchen usw.) Konferenz (Tagaytay City/Philippinen, 13-21. Dezember 1975) 
  • 1980–87 LWF: als Gewinner einer internationalen Ausschreibung war ich in Genf als religionssoziologischer  Studiensekretär tätig. Ich habe aus Genf mit Unterstützung der Mitgliedskirchen zwei internationale theologische Konferenzen in Afrika an den Universitäten von Zimbabwe (Bulawayo 2-5.09.1982., Harare, 27.05.-01.06.1986.) organisiert. Wir haben Konsultationen für unsere Kirchen in Asien im Schatten von Maoismus (Tokyo, 27.11.-02.12.1985.) abgehalten. Keine andere christliche Kirche hat in diesen Zeiten eine so umfassende, internationale und ähnliche Arbeit zu dem Thema  marxistische-sozialistische Ideologie ausgeführt.  

All dies habe ich aufgelistet, nicht um meine Arbeit oder meine Person zu „glänzen”, sondern um meine Missionsarbeit auf ökumenischer Ebene darzustellen. 

Zuhause angekommen hatte ich ab 1987 als Bischof die Aufgaben zur „Systemänderung” , die Neustrukturierung des Lebens in unserer Kirche mit kommunistischen Erben: Rücknahme der verstaatlichten Intituten, Schulen; neue kirchliche Verwaltung, Organisierung der Synode. Diese Kapitel neben Ausbau der ökumenischen nationalen und internationalen Kontakten sind schon in unserer Kirche bekannt. All dies erlebte ich als eine Missionsaufgabe neben den persönlichen Angriffen und Unvertändnis. Ich habe darüber einen eingehenden Bericht zusammengestellt, den ich bald publizieren werde.  

Meiner Meinung nach haben Katalin Mirák und ihre Mitarbeiter eine gute Arbeit geleistet, die einzelnen Details aus staatlicher und aus kirchlicher Sicht dargestellt. Die Grundrichtung der ganzen Studie zur Veröffentlichung der Fakten halte ich für irrig und unwahr! Es wäre eine allgemeine nach ökumenischer Methode durchgeführte „heilende Erinnerung” (healing of memories/Heilendes Erinnern) nötig, mit einer „glaubwürdigen Kirchengeschichte”!  

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